Zuviel Ruhe um den Herrenruhmweg-Ausbau

Es fing wirklich gut an

Nach den Problemen in der Campestraße wollten die Gemeinde und die Fraktionen vor allem die Kommunikation mit den Bürgern bei diesem Projekt verbessern.  

Der Start war vorbildlich, es gab die Möglichkeit der Teilnahme und Mitsprache an den Maßnahmen. Vernünftige Wünsche wurden in der Planung berücksichtigt und dabei die Kosten im Auge behalten. Das war wirklich ein Anlass zur Freude und es schien als würde in der Verwaltung das Wort Bürgerbeteiligung ernst genommen werden. Wohin ist dieser Geist entschwunden?

Der Ausbau im Herrenruhmweg lässt auf sich warten. Man fragt sich bereits, ob in diesem Jahr überhaupt noch begonnen wird.  Wie ist der Ablauf? Welche Schritte führen wozu?

Herrenruhmweg im Jahr 1969, Vogelschießen

Die Gemeinde möchte ein Vorhaben durchführen und die Fachangestellten der Verwaltung beauftragen ein Planungsbüro daraus ein beschlussfähiges Projekt zu machen. Dafür werden sie bezahlt. Diese bezahlte Kompetenz umfasst sowohl das Erkennen und Prüfen des Bauumfeldes, dazu gehören auch die sogenannten Altlasten, wie auch die Kenntnis der Marktpreise. Der fachlichen Prüfung folgt die Empfehlung für die Gemeindevertretung, die beschließt. Danach erfolgt die Ausschreibung und Vergabe mit allen Verpflichtungen.

Muss nachgebessert werden, stellt sich die Frage, wer unaufmerksam und nicht gründlich gearbeitet hat. Der Bau- und Umweltausschuss, der den Auftrag nicht deutlich und zwingend genug formuliert hat, die Verwaltung, die die Fachaufsicht vernachlässigt hat oder das Planungsbüro? Danach bekommt natürlich der den Auftrag, der das günstigste Angebot abgibt – für alles. Wo ist also das Problem?

Aus unserer Sicht haben hier alle Beteiligten ihre Verantwortung nicht ausreichend wahrgenommen, die mangelnde Fachaufsicht von Politik und Verwaltung und eine laxe Haltung der Planungsbüros. Folgen sind höhere Kosten und Nichteinhaltung der geplanten Termine. Das beschreibt, warum nicht begonnen wird. Man kann sich aus Sicht der Betroffenen fragen, ob es sinnvoll ist mit den Baumaßnahmen zu beginnen um sie im Winter ruhen lassen zu müssen. Der Sinn zu beginnen liegt höchstens im Kleingedruckten von Verträgen, das terminliche Bedingungen beschreibt und zu Nachverhandlungen führt.

Über die nächste Gemeinsamkeit aller öffentlichen Bauvorhaben, die Erhöhung der anfänglich kalkulierten und ausgeschriebenen Baukosten auf jetzt ca. 1,2 Mio. € konnte man ja in der Gemeindevertretersitzung vom 12.6. staunen.  Siehe unseren Artikel vom 14.6. ([SPD-Trittau | Kostenexplosion am Herrenruhmweg – trifft es die Anwohner?]( [http://spd-trittau.de/kostenexplosion-am-herrenruhmweg-trifft..](http://spd-trittau.de/kostenexplosion-am-herrenruhmweg) Gegen die Stimmen der SPD wurde die Auftragsvergabe beschlossen. Allerdings gibt es keinerlei Klärung, ob die Anwohner für Pech und Unternehmerpreise zur Kasse gebeten werden sollen. Die Finanzierung ist überhaupt nicht geklärt und welcher zukünftige Häuslebauer würde mit solcher einer Kalkulation einen Neubau angehen oder auch nur finanziert bekommen. Ein seriöser Umgang mit Steuergeldern und den Beiträgen der Anwohner seitens der Gemeinde scheint vernachlässigt zu werden.  

Die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge zu fordern und „sich das Geld vom Land zurückholen“ war das Versprechen der BGT. Wo ist die BGT jetzt? Ist etwas erreicht worden? Gibt es bereits Antworten vom Land auf die sicherlich schon gestellten Anfragen? Oder doch nur heiße Luft?Nun zum Zeitpunkt des Ausbaubeginns. Gerüchteweise sollte bereits begonnen worden sein oder man hört etwas wie Mitte September könne es losgehen. Es gibt nur Gerüchte und die Stimmung der Anwohner wandelt sich von ungeduldig zu zornig. Es gibt keinerlei Information über Zeitplan, Beginn und Organisation der Maßnahmen. Findet noch eine Informationsveranstaltung statt, deren Ankündigung noch einige in den Ohren haben? Oder gibt es zumindest eine schriftliche Information, die über eine schwammige Ankündigung im Bürgerbrief hinausgeht? Seit letztem Jahr ist Schweigen und zu langes Schweigen kann zu Zorn führen. Das will jedoch keiner.