Trittauer SPD fordert den Bau einer neuen Grundschule

Die SPD Trittau beantragt parallel zur Planung der Erweiterung der Mühlaugrundschule die Prüfung, ob nicht der Neubau einer zweiten Grundschule in Trittau eine bessere Alternative ist. Die Planung sollte in Richtung einer dreizügigen Gebundenen Ganztagsschule mit Sporthalle, Sportplatz und Mensa gehen.

Warum kommt dieser Antrag?

Trittau wächst jetzt und in den nächsten Jahren. Und die Infrastrukturmaßnahmen kommen nicht hinterher. Trittaus Einzelhändler haben dies bereits erkannt und ihrerseits reagiert. Sie haben ihre Märkte an andere Standorte mit einer größeren Verkaufsfläche verlegt. Wie lange es hingegen in Trittau dauert, Gebäude für die Menschen zu bauen, sieht man an den unverständlichen Rangeleien um die absolut dringenden und notwendigen Neubauten von Kindertagesstätten oder die Sanierung der viel zu maroden Spielplätze. Für uns gilt es, vorauszudenken und nicht erst dann zu erschrecken, wenn auf einmal zu viele Kinder in zu kleinen Räumen einen improvisierten Unterricht mehr schlecht als recht erhalten müssen.

Zum Wachstum in Trittau gibt es eine vorsichtige Schätzung mit einigen Unwägbarkeiten (tatsächlicher Generationenwechsel, tatsächliche Bebauungsverdichtung, tatsächliches Schüleraufkommen im Gebiet des Schulverbands), die von einer Zunahme von 90 bis 120 Grundschülern* ausgeht. Dies würde zu einer zusätzlichen Zweizügigkeit an der Grundschule führen (bei einer Klassenfrequenz von ca. 20). An der Mühlauschule gibt es diesen Platz nicht mehr so einfach außer bei einer Aufstockung des Gebäudes. Und eine Grundschule in dieser Größe ist auch aus pädagogischer Sicht nicht sinnvoll oder wünschenswert.

Einige Gründe:

  1. 120 Grundschüler* mehr werden zu einer enormen zusätzlichen Belastung des Schulzentrums führen, umgekehrt aber wird eine zweite Grundschule eine deutliche Entlastung herbeiführen. Dies in organisatorischer, aber vor allem in qualitativer pädagogischer Hinsicht.
  • Es liegt auf der Hand, dass eine Grundschule mit dann ca. 600 Schülern* im Grundschulalter, also ab 6 Jahren, in einem riesigen Schulzentrum bei häufig weiten Anfahrtswegen, kein pädagogisch sinnvolles Angebot des Schulverbands an die Eltern ist. Mit einer zweiten Grundschule würde es an der Mühlauschule zu einer Entlastung in der Raumnutzung mit allen Konsequenzen kommen.
  • Entlastung der Blauen Häuser, die jetzt schon (wieder!) an der Kapazitätsgrenze angekommen sind.
  • Entlastung der Sporthallen (soweit überhaupt vorhanden).
  • Entlastung der Mensa
  • Entlastung des Busbahnhofs und des Zubringerverkehrs
  1. Neben vielfältiger organisatorischer Entlastung im Schulzentrum ist eine zweite Grundschule aus pädagogischen Gründen sinnvoll. Alternative Profile im pädagogischen Angebot stellen eine willkommene Bereicherung für alle dar.
  • Der Wunsch nach Gebundenen Ganztagsschulen bildet die Lebenswirklichkeit der jungen Generation ab, er stößt auf Interesse bei den Eltern und wird von der Bundespolitik immer mehr ins Spiel gebracht (Pläne: verpflichtend ab 2025).
  • Günstig wird auch sein, wenn die neue Grundschule in der Nähe von KiTas liegen wird, was eine gute Zusammenarbeit ermöglicht. Das Angebot von Mittagessen in einer Mensa wird dadurch rentabler.
  • Eine Sporthalle bei der neuen Grundschule bietet Chancen für Entzerrung und Profilierung des Sportgeschehens. Dabei mitzudenken: die vorhandenen Sporthallen sind jetzt schon ein Problem.

Nicht immer ist das Wünschenswerte auch gleich das Machbare. Das könnte auch am Ende der Planungen herauskommen. Aber vielleicht sind die erwartbaren Kosten als Investition in die Zukunft vertretbar angesichts der pädagogischen und organisatorischen Gewinne und des Nutzens für das „Orts- bzw. Amtsmarketing“.

Es wird Zeit in Trittau endlich einmal proaktiv tätig zu werden.