Familienfreundlichkeit in einem lebenswerten Trittau

Trittau ist ein wachsender Ort. Für viele junge Familien sind ausreichend gute Plätze in Kitas und Schulen ein Grund hierher zu ziehen. Sterbende Ortschaften kann man in Mecklenburg-Vorpommern beobachten, in denen die Politik nur den Rückbau organisieren kann. Wir können und wollen gestalten und eine hohe Qualität mit ausreichender Quantität verbinden. Das Ziel ist damit gesteckt.

Eine neue Kita muss gebaut werden. Die Planungen begannen durch die enorme Nachfrage nach Krippenplätzen. Daraus ist das Fehlen von Elementarplätzen geworden. Nur, wenn die Verzögerungen so weitergehen, fehlt es bald an Klassenräumen.

Zur Zeit hängt alles an der Standortsuche. Es gab Ideen – einstimmig für gut befunden – den Standort im Bereich der Lessingstraße zu nutzen. Dieser war zwar nicht perfekt, aber doch so gut, dass es möglich schien, hier schnell und relativ kostengünstig bauen zu können. Alles schien in trockenen Tüchern zu sein, bis Protest einige Politiker bewog, ihre Meinung zu ändern. Ein Provisorium musste errichtet werden. Dann klang es aus den anderen Fraktionen, die Zeit solle für eine gute Planung genutzt werden. Nun taucht die Kita-Süd auf den Tagesordnungen kaum mehr auf.

Das Personal eine Kita zu betreiben, sei schwerer zu bekommen als eine Kita zu bauen, hieß es aus der Verwaltung. Was das angesichts der oben beschriebenen Ausgangslage bedeutet, mag man sich nicht ausmalen.

Unsere Schulen brauchen die gleiche Aufmerksamkeit und ein waches Auge. Für manche scheint das nur lästig zu sein und es scheint noch lästiger zu sein, wenn kritische Nachfragen hartnäckig verfolgt werden. Hier gibt es an der Bausubstanz einen allgemeinen desolaten Zustand festzustellen, ebenso ein Hygienemangel und Reinigungsengpässe. Raummangel ist Dauerthema, so dass die Kreativität der Schulleiter jedes Jahr erneut herausgefordert ist. Die Sporthallenbelegung ist ein Kunststück und die Digitalisierung kommt nicht voran. Bis unsere Hausaufgaben gemacht sind, sollten wir darüber nachdenken, alle geplanten Bebauungen auszusetzen.

Autor: Bernd Marzi für das SPD-Team Soziales und Schule

 

Verehrter Herr Schmoll,
Prima, nun gab es eine Antwort von Ihnen, klar, das ruft zum Dialog auf. Offensichtlich haben die provokant gemeinten Schlussfolgerungen ihre Wirkung erzielt. In Trittau kennen wir es leider schon, dass Schritt 2 vor Schritt 1 geplant und umgesetzt wird.
Die Gadebuscher-/Bürgerstraße ist so ein Beispiel. Da wurde die Einweihung gefeiert aber es schien, dass alle etwas von dem darauf folgend festgestellten Verkehrsaufkommen überrascht wurden. So als würden sich die ankommenden Autos an der Kreuzung Rausdorfer Straße in Luft auflösen. Eine Verkehrszählung innerhalb der Sommerferien dann, brachte erstaunlicherweise „normale“ Zahlen. So konnte behauptet werden, dass das Verkehrsaufkommen nicht größer geworden sei. Jetzt haben wir einen Kreisel und der Ausbau des Herrenruhmwegs wird wohl irgendwann auch kommen.
Zu unseren Hausaufgaben in der Gemeindevertretung gehört es, dafür zu sorgen, dass wir eine funktionierende Infrastruktur erhalten. Derzeit scheint mir dies im Bildungsbereich in weite Ferne gerückt. Im Denken und Planen beginnt es und es ist eine Frage der Prioritäten.
Unser Artikel beinhaltet die Kernaussage, dass Aufgaben existieren und warten, aber eine schnelle Umsetzung nicht stattfindet oder heraus gezögert wird.
Nun wird mir vorgeworfen ich würde zurück statt nach vorne blicken. Nein, nur das Schreiten in die Zukunft sollte auch mit Bedacht und in einer Reihenfolge geschehen, die sachlich vernünftig ist.
Die Standortfrage einer neuen Kita basierte auf einer Empfehlung der Verwaltung, die SPD und anfänglich auch aller anderen Parteien sahen die schnelle Umsetzbarkeit mit überschaubaren Kosten als unschlagbaren Vorteil. Dies erschien äußerst vernünftig. Das Protokoll bestätigt ein einstimmiges Votum. Die einzige kritische Stimme kam von den Grünen, denen jetzt unterstellt wird, mit der SPD und der Verwaltung die treibenden Kräfte für den Standort an der Lessingstraße zu sein. Das zum Spiel von Gut und Böse und wie Diskussionen wahrgenommen werden. Der Bürgermeister äußerte das mögliche Ziel des Bezugs der Kita-Süd auf Herbst 2016 – alles protokolliert.
Ich hätte die Anwohner nicht befragt. Der Vorwurf kommt ohne einen Vorschlag der praktischen Umsetzung daher. Und er stimmt nicht. Der Dialog fand in den SSK-Sitzungen statt – ebenfalls protokolliert.
Die Beteiligung der Anwohner in den Sitzungen war dem individuellen Interesse geschuldet und wir haben lange und immer wieder über die Zuwegung diskutiert. Es wurden Sachverständige bestellt, die die Problematik sehen, allerdings lösbar und vertretbar durch eine vernünftige Planung.
Spannend aber die Bemerkung eines Anwohners in der Diskussion um die Zuwegungen, an die ich mich gut erinnere, der sagte, „seien wir doch ehrlich, wir wollen dort keine Kita.“ , Zwischenbemerkungen finden ihren Weg leider nicht ins Protokoll.
Nun werden neue Standorte gesucht, neue Zuwegungen gesucht. Und alles scheint seinen Lauf zu gehen. Nur der Herbst 2018 steht vor der Tür, eine Kita wird immer noch nicht fertiggestellt, ja nicht einmal angefangen.
Es gab bisher keine Neubauten von Kindertagesstätten in Wohnortnähe, die nicht von enormen Protesten der zukünftigen Nachbarn begleitet oder verhindert wurden. Gemeinwohl geht vor Eigenwohl und verlangt eben auch Verzicht und Kompromisse. Ein dauerhaft funktionierendes und friedliches Zusammenleben fordert das.
Und ich, als ehemaliger Nachbar wenn auch nur einer provisorischen einer Kita, weiß, dass die Verkehre auszuhalten sind und spielende Kinder Freude machen.